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von Dirk Engelhardt
Zur nächsten Döner-Bude, zum Currywurst-Stand oder zum Bulettenbrater ist es in der kurzen Mittagspause meist nicht weit; das frittierte oder gegrillte Fleisch ist schnell verzehrt und günstig im Preis. Doch nachdem nun auch große Hamburgerketten Werbung mit angeblich gesundem Fast Food machen, ist ein Trendwechsel in den Ernährungsgewohnheiten der Deutschen unübersehbar.
Frittiert und salzig? Finger weg!
Ein Vollkornsandwich, ein frischer Obstsalat oder ein Wok-Gericht mit frischem Gemüse sei Currywurst und Pommes Frites eindeutig vorzuziehen, sagt Ökotrophologin Isabell Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE). "Doch selbst bei Vollkorn-Sandwiches sollte der Käufer immer darauf schauen, mit was sie belegt sind: Müssen es gleich drei Lagen Käse und dick Butter sein?" Generell sollten frittierte, salzige Schnellmahlzeiten (womöglich ergänzt mit Cola) möglichst selten eingenommen werden, da sie viele leere Kalorien enthalten, so Keller.
Als Getränk zum schnellen Snack empfiehlt sie Kalorienarmes wie Wasser oder Saftschorle, "zum Durstlöschen ist das eindeutig am besten". "Das ursprüngliche Fast Food ist überwiegend fett und salzig, sättigt kurzfristig und hält nicht lange vor, so dass man spätestens nach zwei Stunden erneuten Hunger verspürt", sagt Torsten Fleischer, der mit seiner Firma "balance your business" Unternehmen in Sachen Fitness berät und Ernährungsberatung sowie Kantinenberatung anbietet. "Der Nährwert von gesundem Fast Food dagegen ist deutlich höher und bietet Energie über einen längeren Zeitraum", so Fleischer.
Die gute Suppe
Kohlenhydrate, Fett und Proteine sind Bestandteile von beiden Fast-Food-Varianten, nur haben herkömmliche Schnellmahlzeiten weniger essentielle Nährstoffe. Die Umstellung auf gesünderes Fast Food bietet einige Vorteile: "Viele Beschwerden können gelindert werden", sagt Fleischer. "Die Kunden verspüren eine neue Form von Vitalität, Kraft und Energie, die sich über den ganzen Tag erstreckt."
Der Arzt Dr. Eberhard Lott aus Berlin empfiehlt eine gute Suppe für die kurze Mittagspause, wie sie vielerorts in Suppenbars erhältlich ist. "In dieser Hinsicht sind uns die Asiaten voraus", so Dr. Lott, "sie haben erkannt, dass kurz gekochtes, frisches Gemüse wie zum Beispiel in der typischen Thai-Suppe, abgeschmeckt mit wenig Öl und frischen Kräutern, ideal für eine gute Ernährung - und nebenbei gute Verdauung - ist."
Müslis sind schwer verdaulich
Ernährungsapostel, die Rohkost und Vollkorn für das Nonplusultra erachten, erteilt Dr. Lott eine klare Absage: diese Produkte seien für den menschlichen Verdauungsmechanismus nur schwer zu verarbeiten. Wer Müsli mag, sollte zur besseren Verdauung deshalb die Körner kurz vorher mit heißem Wasser oder heißer Magermilch besser verdaubar machen.
Schnellimbisse mit gesundem Fast Food in allen Varianten machen den Grillstuben indes Konkurrenz. So eröffneten die Schauspielerinnen Esther Schweins und Niki Greb in Berlin zwei Saftbars. Im grasgrünen Designerambiente von "Grashopper" pressen sie Obst- und Gemüsesäfte oder rühren Milchshakes an, auf Wunsch auch mit Soja-Milch. "Sich im Büro einen frischen Gemüsesaft oder Obst auszupressen, ist oft gar nicht möglich. Ein Grashopper-Drink zwischendurch versorgt den Körper mit wichtigen Vitaminen und Aufbaustoffen für den ganzen Tag", wirbt Niki Greb.
Von Asien lernen
Das Motto von RNBS aus Berlin, der neuen, schnellen, asiatischen Gesund-Küche, lautet: "Simple Tech, High Food". Alle Gerichte kommen ohne Glutamat aus, ohne Geschmacksverstärker, ohne viel Fett, mit wenig Cholesterin und Kalorien. Suppen fehlen natürlich nicht: RNBS-Gründer Volker Elstner rührt sie mit den asiatischen Udon-Nudeln an. Zusammen mit der chinesischen Apotheke Pu Ji Fang stellte der Gastronom eine Teekarte zusammen. Wenn es nach Elstner geht, soll das gesunde asiatische Fastfood bald als Kette deutschlandweit bekannt sein.
(Dirk Engelhardt) |